Spezialsprechstunde Vaskulitis

In der Vaskulitissprechstunde werden Patientinnen und Patienten autoimmunologischen Gefäßentzündungen behandelt. Häufig besteht dabei auch eine Nierenbeteiligung.

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Allgemeines zu systemischen Vaskulitiden

Unter dem Sammelbegriff Vaskulitis werden Entzündungen von Blutgefäßen zusammengefasst.

Dabei greift das Immunsystem die eigenen Blutgefäße an. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um generalisierte Autoimmunerkrankungen, das heißt Erkrankungen, die sich nicht nur in einem Organ manifestieren. Wird die Erkrankung zu spät erkannt, können lebensgefährliche Schädigungen an Organen entstehen. Besonders gefährdet sind dabei die Nieren.

In unserer Klinik verfügen wir über eine eigene Fachambulanz für Vaskulitis, um diese und weitere System- und Autoimmun-Erkrankungen frühzeitig festzustellen und zu behandeln. Ein spezielles Augenmerk liegt dabei auf den sogenannten ANCA-assoziierten Vaskulitiden (ANCA = Anti-Neutrophile Cytoplasmatische Antikörper), einer Untergruppe der Vaskulitiden kleiner Gefäße, die durch das Auftreten von sogenannten ANCA Autoantikörpern charakterisiert sind. ANCA Autoantikörper richten sich gegen weiße Blutkörperchen.

Folgende Erkrankungen werden von uns in der Spezialambulanz behandelt:

ANCA Vaskulitiden:

       -  Granulomatose mit Polyangiitis (früher als Wegenersche Granulomatose bezeichnet),
       -  Mikroskopische Polyangiitis,
       -  Eosinophile Granulomatose mit Polyangiitis (früher als Churg-Strauss- Syndrom bezeichnet)
       -  die isolierte ANCA-assoziierte Glomerulonephritis

andere Vaskulitiden wie die kryoglobulinämischen Vaskulitiden

Systemischer Lupus erythematodes

Takayasu Arteriitis

Kollagenosen

Diagnosestellung

Vaskulitis cANCA-Muster
Foto: Prof. Dr. R. Kettritz

Systemische Vaskulitiden können sich in vielfältigen Symptomen äußern, was oft ihre Diagnose erschwert bzw. zu Verzögerungen in der Diagnosestellung führt. Oft bestehen dabei unspezifische Allgemeinsymptome wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust und Fieber, aber auch organspezifische Symptome wie Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Augen- und Ohrenentzündungen oder Entzündungen der Haut.

Wir untersuchen im Rahmen unserer Diagnostik Ihr Blut auf Entzündungszeichen und spezifische Marker der Erkrankung und entnehmen, sofern möglich und notwendig, eine Gewebeprobe aus einem befallenen Organ, wie zum Beispiel der Niere.

Hinzu kommen Verfahren der Bildgebung wie die Sonographie, die Computertomographie (CT) oder Positronen-Emissions-Tomographie (PET)-CT.

Die Diagnosestellung erfolgt üblicherweise in einem interdisziplinären Team zusammen mit Nephrologen, Pathologen, Rheumatologen, Radiologen, HNO-Ärzten und ggfs. anderen Fachabteilungen.

Therapie und Verlaufskontrollen

Zur Behandlung setzen wir häufig Medikamente ein, die die Aktivität des Immunsystems „unterdrücken“, sogenannte Immunsuppressiva.

Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs erhalten Sie diese in unterschiedlichen Dosierungen oder Verabreichungsformen (als Infusion oder als Tablette).

In klinischen Studien testen wir neue Therapieansätze, mit dem Ziel, die Wirksamkeit der Behandlung zu steigern und etwaige Nebenwirkungen zu reduzieren.

Der Behandlungserfolg ist in der Regel sehr gut. Die Behandlung ist aber häufig längerfristig nötig und vielfach sind regelmäßige Kontrollen des klinischen Verlaufs, der Laborparameter und bildgebenden Verfahren notwendig.

Spezialsprechstunde Vaskulitis

Medizinische Klinik m.S. Nephrologie und Intensivmedizin
Direktor: Prof. Dr. Kai-Uwe Eckardt

Ärztliche Ansprechpartner: Priv.-Doz. Dr. Adrian Schreiber | Prof. Dr. Ralph Kettritz

Terminvereinbarung:

+49 30 450 514 124

+49 30 450 514 900