Isolationsmassnahmen

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Isolationsmassnahmen

Im folgenden wollen wir Ihnen einen Überblick geben über verschiedene Isolationsmassnahmen und Verhaltensregeln bei Nachweis von speziellen Problemkeimen.


Umkehrisolation

Von Umkehrisolation spricht man, wenn die Immunabwehr des Patienten soweit geschwächt ist, dass der Patient vor Ansteckung geschützt werden muss. In der Regel wird man eine Umkehrisolation anordnen, wenn der Leukozytenwert im Blut des Patienten unter 1.00/nl sinkt.

Verhaltensregeln für Besucher

  • Händedesinfektion vor Betreten des Zimmers
  • Anlegen eines Mundschutzes vor Betreten des Zimmers
  • Vor Patientenkontakt Anlegen von Schutzkittel und Handschuhen, sehr engen Körperkontakt vermeiden
  • Beim Verlassen des Zimmers Kleidung nach Anweisung der Pflegekraft entsorgen und die Hände desinfizieren

Verhaltensregeln für Patienten

  • Hygienische Händedesinfektion nach Waschen/Toilettengang u.ä., das Pflegepersonal wird Ihnen hierzu eine kl. Flasche Händedesinfektionsmittel aushändigen
  • Zimmer verlassen nur soweit notwendig, bei Aufenthalt ausserhalb des Zimmers bitte Mundschutz, Haube und Handschuhe tragen
  • Anweisungen des Pflegepersonals befolgen

Isolation

Liegt ein Nachweis für bestimmte Problemkeime vor, ist es notwendig, die Weiterverbreitung dieser Keime zu verhindern.
In der Charité sind Massnahmen festgelegt, um die Verbreitung dieser Keime von einem Patienten auf andere zu verhindern. Eine dieser Massnahmen besteht in der separaten Unterbringung (oder Kontakt-Isolierung) von Trägern dieser Keime.

Im folgenden sollen Ihnen die wichtigsten Krankenhauskeime kurz vorgestellt werden:

MRSA

Staphylococcus aureus ist ein Keim, der regelmäßig beim gesunden Menschen auf der Hautoberfläche gefunden wird. Gelegentlich kann S.aureus jedoch auch in den Körper eindringen und dort Infektionen verursachen.

Ist der betreffende Bakterienstamm resistent gegen bestimmte Antibiotika (Methicillin, Oxacillin) spricht man vom Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus, kurz: MRSA.

Diese widerstandsfähigen Keime können schwerwiegende Komplikationen hervorrufen, wenn sie in Wunden oder Körperöffnungen eindringen. Aus diesem Grund werden Patienten, die mit MRSA besiedelt oder infiziert sind, und auch jene, die mit solchen Patienten Kontakt hatten, isoliert.

Von Besiedelung spricht man, wenn der Keim zwar nachgewiesen, der Patient jedoch nicht daran erkrankt ist.
Als Kontakt-Patient gelten jene Patienten, die mit einem MRSA-Träger gemeinsam im selben Zimmer untergebracht waren.

Die Übertragung erfolgt fast immer über körperlichen Kontakt, zB über die Hände.

Es gelten zunächst sowohl bei Besiedelung oder Erkrankung, als auch bei Kontakt dieselben
Verhaltensregeln für Patienten:

  • Wenn möglich wird der Patient in ein Einzelzimmer verlegt. Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber auch die Behandlung in einem Mehrbettzimmer möglich.
  • Der Patient darf das Zimmer nur in begrenztem Umfang nach Rücksprache mit dem Personal verlassen, zB zu Untersuchungen, zum Spaziergang im Freien etc.. Gemeinschaftsräume sind zu meiden. Vor Verlassen des Raumes ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
  • Das medizinische Personal (Pflegepersonal, Ärzte, ...) desinfiziert sich bei Betreten des Zimmers die Hände und legt vor Durchführung von Tätigkeiten direkt am Patienten (zB körperliche Untersuchung, Körperpflege,...) Handschuhe sowie einen Schutzkittel an. Vor dem Verlassen des Raumes werden Handschuhe und Schutzkleidung abgelegt sowie die Hände desinfiziert.
  • In bestimmten Abständen werden bei dem Patienten Abstriche von Nase, Rachen, Leiste, Damm und von anderen Nachweisorten entnommen, um zu überprüfen, ob der MRSA noch vorhanden ist.

Verhaltensregeln für Besucher:

  • MRSA-Patienten können Besucher empfangen. Kontakte wie Berührungen oder Umarmen sind ebenfalls unkritisch. Das Risiko, sich mit MRSA anzustecken, ist für gesunde Menschen (auch für Kinder und Schwangere) äußerst gering. Immungeschwächte Besucher sollten jedoch vorher mit dem medizinischen Personal Rücksprache halten.
  • Alle Besucher müssen bei Betreten und Verlassen des Patientenzimmers immer ihre Hände desinfizieren.
  • Besucher brauchen keinen Schutzkittel und Handschuhe anzulegen. Auf den Intensivstationen kann aber die Immunlage des Patienten weitere Massnahmen erfordern, das zuständige Pflegepersonal wird Sie entsprechend aufklären.
  • Bei Erkältungskrankheiten müssen Besucher generell einen Mund-Nasenschutz tragen.

VRE

Enterokokken sind Bakterien, die normalerweise im Darmtrakt des Menschen leben.

Stämme, die eine Resistenz gegen das Antibiotikum Vancomycin entwickelt haben, nennt man Vancomycin-resistente Enterokokken, kurz: VRE.

Eine Erkrankung geht in der Regel mit starken Durchfällen einher. Die Übertragung erfolgt fast immer durch körperlichen Kontakt, zB über die Hände.

Verhaltensregeln für Patienten:

  • Wenn möglich wird der Patient in ein Einzelzimmer verlegt. Eine eigene Toilette ist erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber auch die Behandlung in einem Mehrbettzimmer möglich.
  • Der Patient darf das Zimmer nur in begrenztem Umfang nach Rücksprache mit dem Personal verlassen, zB zu Untersuchungen, zum Spaziergang im Freien etc.. Vor Verlassen des Raumes und nach Toilettenbesuch ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
  • Das medizinische Personal (Pflegepersonal, Ärzte, ...) desinfiziert sich bei Betreten des Zimmers die Hände und legt vor Durchführung von Tätigkeiten direkt am Patienten (zB körperliche Untersuchung, Körperpflege,...) Handschuhe sowie einen Schutzkittel an. Vor dem Verlassen des Raumes werden Handschuhe und Schutzkleidung abgelegt sowie die Hände desinfiziert.
  • In bestimmten Abständen werden bei dem Patienten an den Körperstellen, an denen VRE vermutet wird, Abstriche entnommen, um zu überprüfen, ob VRE noch vorhanden ist.

Verhaltensregeln für Besucher:

  • VRE-Patienten können Besucher empfangen. Kontakte wie Berührungen oder Umarmungen sind ebenfalls unkritisch. Das Risiko, sich mit VRE anzustecken, ist für gesunde Menschen (auch für Kinder und Schwangere) äußerst gering. Immungeschwächte Personen sollten jedoch vorher mit dem medizinischen Personal Rücksprache halten.
  • Alle Besucher müssen vor Verlassen des Patientenzimmers immer ihre Hände desinfizieren.
  • Besucher brauchen keinen Schutzkittel und keine Handschuhe anzulegen. Auf den Intensivstationen kann aber die Immunlage des Patienten weitere Massnahmen erfordern, das zuständige Pflegepersonal wird Sie entsprechend aufklären.

ESBL

Erreger, die eine Resistenz gegen eine bestimmte Gruppe der Antibiotika, den sogenannten ß-Laktam-Antibiotika, entwickelt haben, nennt man ESBL, abgeleitet von: extended-spectrum-ß-Lactamase-produzierende Erreger.
Diese Keime bilden ein Enzym (die ß-Lactamase), das die betreffenden Antibiotika wirkungslos macht.

Die Übertragung erfolgt fast immer über körperlichen Kontakt, zB über die Hände.

Verhaltensregeln für Patienten:

  • Wenn möglich wird der Patient in ein Einzelzimmer verlegt. Eine eigene Toilette ist erforderlich. Unter bestimmten Voraussetzungen ist aber auch die Behandlung in einem Mehrbettzimmer möglich.
  • Der Patient darf das Zimmer nur in begrenztem Umfang nach Rücksprache mit dem Personal verlassen, zB zu Untersuchungen, zum Spaziergang im Freien etc.. Vor Verlassen des Raumes und nach Toilettenbesuch ist eine Händedesinfektion durchzuführen.
  • Das medizinische Personal (Pflegepersonal, Ärzte, ...) desinfiziert sich bei Betreten des Zimmers die Hände und legt vor Durchführung von Tätigkeiten direkt am Patienten (zB körperliche Untersuchung, Körperpflege,...) Handschuhe sowie einen Schutzkittel an. Vor dem Verlassen des Raumes werden Handschuhe und Schutzkleidung abgelegt sowie die Hände desinfiziert.
  • In bestimmten Abständen werden bei dem Patienten an den Körperstellen, an denen ESBL vermutet wird, Abstriche entnommen, um zu überprüfen, ob ESBL noch vorhanden ist.

Verhaltensregeln für Besucher:

  • ESBL-Patienten können Besucher empfangen. Kontakte wie Berührungen oder Umarmungen sind ebenfalls unkritisch. Das Risiko, sich mit ESBL anzustecken, ist für gesunde Menschen (auch für Kinder und Schwangere) äußerst gering. Immungeschwächte Personen sollten jedoch vorher mit dem medizinischen Personal Rücksprache halten.
  • Alle Besucher müssen vor Verlassen des Patientenzimmers immer ihre Hände desinfizieren.
  • Besucher brauchen keinen Schutzkittel und keine Handschuhe anzulegen. Auf den Intensivstationen kann aber die Immunlage des Patienten weitere Massnahmen erfordern, das zuständige Pflegepersonal wird Sie entsprechend aufklären.