Transplantation

Transplantation an der Charité. Die Klinik für Nephrologie und internistische Intensivmedizin in Berlin — Ihre Experten für Nierentransplantationen.

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Nierentransplantation: die beste Form der Nierenersatztherapie

Die Nierentransplantation ist ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Klinik. Im Rahmen des Transplantationszentrum der Charité betreuen wir in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit Kollegen der Urologie und der Allgemeinchirurgie, dem HLA- Labor und den niedergelassenen nephrologischen Kolleginnen und Kollegen eines der größten Transplantationsprogramme Deutschlands. Die Betreuung reicht von der Erstberatung über die sorgfältige Vorbereitung und die Durchführung der Transplantation bis zur ambulanten Nachsorge.

Auch bei schwierigen Voraussetzungen für eine Transplantation bietet das Transplantationszentrum der Charité — Universitätsmedizin Berlin eine große Expertise.

Derzeit bieten wir folgende Verfahren an:

  • Nierentransplantation mit lebenden und verstorbenen Spendern
  • kombinierte Pankreas- und Nierentransplantation
  • kombinierte Leber- und Nierentransplantation
  • kombinierte Herz-, Lungen- und Nierentransplantation (in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Herzzentrum)
  • Blutgruppenungleiche (ABO-inkompatible) Lebendnierenspende
  • Transplantation bei hochgradig immunisierten Patienten

Eine Nierenlebendspende kann nach vergleichsweise kurzer Vorbereitungszeit durchgeführt werden und liefert den besten Langzeiterfolg. Spender und Empfänger müssen nicht miteinander verwandt sein und können sogar unterschiedliche Blutgruppen haben.

Die blutgruppenungleiche (ABO- inkompatible) Transplantation erfordert eine etwas intensivere Vorbereitung, wird aber mittlerweile als ein Standardverfahren durchgeführt. Auch für weitere spezielle und komplizierte Konstellationen zwischen Spender und Empfänger können wir mit den bei uns etablierten Protokollen und in Zusammenarbeit mit anderen Kliniken fast immer eine Lösung anbieten. 

Zur Vorbereitung einer Transplantation findet in der Klinik für Nephrologie und Intensivmedizin die Koordination aller notwendigen Untersuchungen statt. Die Untersuchungen können teilweise ambulant erfolgen oder sind mit einem kurzen stationären Aufenthalt am Campus Charité Mitte oder Campus Virchow-Klinikum verbunden.

Im Bereich der Transplantationsnachsorge bieten wir Ihnen am Campus Charité Mitte und am Campus Virchow-Klinikum zwei Transplantationsambulanzen als integrale Bestandteile der Klinik. An beiden Campi werden viele Patientinnen und Patienten über Jahre nach der Transplantation weiter betreut, um die Langlebigkeit des Organs zu sichern.

Nierentransplantation nach postmortaler Organspende

Bei der Nierentransplantation nach postmortaler Organspende wird eine Niere eines verstorbenen Spenders transplantiert. Im Vorfeld finden genaue Untersuchungen statt, um die Verträglichkeit des Organs für den Empfänger abschätzen zu können und die Übertragung ansteckender Erkrankungen auszuschließen. Bei dieser Form der Nierentransplantation werden die Organe über Eurotransplant entsprechend einer Warteliste der beteiligten Länder verteilt und der passende Empfänger ermittelt.

Angesichts des Mangels an Organen verstorbener Spender und den damit verbundenen, vielfach sehr langen Wartezeiten auf das Organ eines Verstorbenen, kommt der Lebendnierenspende eine zunehmende Bedeutung zu.

Nierenlebendspende

Die Nierentransplantation von einem lebenden Organspender stellt im Hinblick auf Erfolgschancen und Langzeitverlauf die beste Form der Nierentransplantation dar. Hierbei wird dem Spender im Rahmen einer minimal-invasiven Operation eine eigene Niere entfernt und sofort im Anschluss an den Empfänger transplantiert. Hierdurch kommt es nur zu einer kurzen Zeit, in der die transplantierte Niere nicht durchblutet ist. Dies wirkt sich sehr günstig auf die Transplantatfunktion aus. Zudem ist eine Lebendspende bereits nach kurzer Planungszeit durchführbar und kann im Optimalfall sogar vor dem Beginn einer Dialysetherapie durchgeführt werden.

Es ist bei einer Lebensnierenspende nicht notwendig, dass eine Verwandtschaft zwischen Spendern und Empfängern besteht. Auch ungleiche Blutgruppen stellen mittlerweile kein Hindernis mehr für eine Transplantation dar. Der Spender oder die Spenderin müssen aber sehr gründlich untersucht werden, um Gesundheitsrisiken gering zu halten.

 

 

AB0-inkompatible Nierenlebendspende

In der Vergangenheit mussten bei einer Nierenlebendspende die Blutgruppen von Spender und Empfänger zueinander passen, um eine Abstoßung zu vermeiden.

Dank Fortschritten in der Transplantationsmedizin stellt eine nicht passende („inkompatible“) Blutgruppenkonstellation heute aber keinen Hinderungsgrund mehr dar. Im Vorfeld einer solchen Transplantation findet bei der Empfängerin oder dem Empfänger eine spezielle Vorbereitung mittels einer Immunsadsorption statt. In diesem Rahmen werden Antikörper gegen die Blutgruppe des vorgesehenen Nierenspenders entfernt, um das Risiko einer Abstoßung zu minimieren.

kombinierte Transplantationen

Bei manchen Patienten liegt neben einem Nierenversagen ein dauerhafter Schaden eines weiteren Organs vor, so dass die Transplantation von zwei Organen sinnvoll ist. Für diese besonders anspruchsvollen und aufwendigen Transplantation hat unser Zentrum eine besondere Expertise.

Besonders hervorzuheben ist hierbei die kombinierte Pankreas- und Nierentransplantation bei Patienten mit Typ I Diabetes mellitus. Bei diesen Patienten ist die Nierenerkrankung vielfach die Folge eines langjährigen Diabetes. Durch die kombinierte Transplantation kann nicht nur die Dialyse vermieden werden sondern gleichzeitig die Grunderkrankung des Diabetes geheilt werden. Auch andere Folgeerkrankungen des Diabetes kommen dadurch zum Stillstand oder können sich im Idealfall sogar zurückbilden. In manchen Fällen kann eine kombinierte Pankreas- und Nierentransplantation bei fortgeschrittenem Nierenversagen auch bereits vor Dialysebeginn durchgeführt werden.

Am Campus Virchow-Klinikum werden in Kooperation mit den Kolleginnen und Kollegen der Transplantationschirurgie und der Herzchirurgie folgende kombinierte Transplantationen angeboten:

  • Leber- und Nierentransplantation
  • Herz- und Nierentransplantation
  • Multiviszeraltransplantation inkl. Dünndarm

Sprechen Sie uns an, wenn Sie sich über die verschiedenen Formen einer Nierentransplantation informieren möchten.

Transplantationsvorbereitung

Die Transplantationsvorbereitung und Listung können wir Ihnen in der Medizinischen Klinik für Nephrologie und Intensivmedizin an beiden Standorten in vollem Umfang anbieten. Dabei koordiniert die Klinik alle  Untersuchungen, die zur Aufnahme auf die Warteliste notwendig sind und entscheidet in Zusammenarbeit mit den beteiligten operativen Disziplinen über die angebotenen Organe für solche Patienten, die auf eine postmortal (nach dem Tod) gespendete Niere angewiesen sind.

Der Anteil der Lebendnierentransplantationen ist wegen des eklatanten Mangels an postmortal gespendeten Organen und wegen der etablierten minimal-invasiven Operationstechnik für Lebendnierenspender seit Jahren stetig steigend.

Mit der geringen Anzahl postmortal gespendeter Nieren ist für die Patienten eine lange Verweildauer auf der Warteliste und damit an Dialyse verbunden. Diese Zeit erfordert von Patienten, Dialysezentren und dem Transplantationszentrum ein koordiniertes Vorgehen, um die Transplantabilität der Patienten zu erhalten.

Vorbereitung von nierenkranken Patienten auf eine Nierentransplantation

Die Indikation für eine Nierenersatztherapie besteht in der Regel ab dem Erreichen einer chronischen Nierenerkrankung Stadium 5. Dies gilt auch für die Nierentransplantation.

Erster Schritt zur Vorbereitung einer Nierentransplantation ist die Vorstellung des Patienten oder der Patientin im Transplantationszentrum. Hier wird die Anamnese (Krankengeschichte) erhoben und eine erste klinische Untersuchung durchgeführt. Daneben erfolgt eine umfassende Aufklärung über die Risiken und Nutzen einer solchen Therapie und die notwendigen Vorbereitungen. Liegen keine offensichtlichen Kontraindikationen für eine Nierentransplantation vor, werden weitere Untersuchungen veranlasst, die die Frage der Transplantabilität des jeweiligen Patienten oder der Patientin beantworten. Dazu gehören eine umfangreiche Labordiagnostik und verschiedene technische Untersuchungen sowie die Konsultation verschiedener Fachärzte. Nach Vorliegen aller Befunde werden diese in der interdisziplinären Transplantationskonferenz abschließend begutachtet und der Patient oder die Patientin auf der Warteliste bei Eurotransplant registriert. Wir informieren Sie ausführlich über jeden Schritt in diesem Verfahren und über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Transplantationsverfahren.

Betreuung von Patienten auf der Warteliste

Mit zunehmend langen Wartezeiten auf das Organ eines verstorbenen Spenders gewinnt die regelmäßige Überprüfung der Transplantabiltät der Patientinnen und Patienten an Bedeutung. Dazu werden in der Regel bereits bei Listung bestimmte Verlaufsuntersuchungen patientenindividuell festgelegt. Ggf. müssen sich die Patientinnen und Patienten auch im Transplantationszentrum wieder vorstellen. In jedem Fall ist es wichtig, dass die Patienten kontinuierlich in engem Kontakt bleiben mit dem Zentrum und uns alle Veränderungen in ihrem Gesundheitszustand aber auch vorübergehende Abwesenheiten oder Änderungen der Kontaktdaten immer mitteilen. 

Vorbereitung von potenziellen Lebendnierenspendern auf die Nierenspende

Für Transplantationskandidaten mit potenziellem(n) Lebendnierenspender(n) übernimmt das Transplantationszentrum die Vorbereitung und Evaluation potenzieller Spender. Erster Schritt ist die Vorstellung des potenziellen Spenders in unserer Sprechstunde. Hier wird die Anamnese (Krankengeschichte) erhoben und eine erste klinische Untersuchung durchgeführt. Daneben erfolgt eine erste umfassende Aufklärung über Nutzen und Risiken einer Lebendnierenspende. Zur Evaluation gehören eine umfangreiche Labordiagnostik und verschiedene technische Routineuntersuchungen sowie Konsultationen verschiedener Fachärzte. Ggf. sind individuell weitere Untersuchungen erforderlich. Liegen keine medizinischen Gründe vor, die gegen eine Nierenspende sprechen, stellen sich Lebendspendepaare anschließend vor der unabhängigen Lebendspendekommission der Berliner Ärztekammer vor, um die Gesamtsituation und insbesondere die gesetztlichen Voraussetzungen zu prüfen.

Koordination sämtlicher transplantationsmedizinischer Aktivitäten unter den beteiligten Abteilungen

Die Interdisziplinarität der Transplantationsmedizin stellt hohe Ansprüche an die Kommunikation zwischen allen beteiligten Personen und Institutionen. Dazu gehören neben den Patienten und potenziellen Spendern die verschiedenen Abteilungen innerhalb der Klinik, die die Patienten ambulant betreuenden Nephrologen, die Krankenkassen, Eurotransplant, die Lebendspendekommission der Berliner Ärztekammer u.a. Partner. Hier nimmt die Klinik für Nephrologie und Intensivmedizin eine zentrale Rolle für Sie ein.

Transplantationsnachsorge

Nach der Transplantation und Lebendspende ist eine regelmäßige und umfassende Nachsorge zur Kontrolle der Organfunktion unverzichtbar. Das individuelle Nachsorgekonzept wird eng mit den niedergelassenen Ärzten abgestimmt und hat das Ziel, die notwendige Medikation stetig zu optimieren. Auch wollen wir möglichen Komplikationen vorbeugen, um so die Grundlage für einen langfristigen Transplantationserfolg zu schaffen. In der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Nephrologie und internistische Intensivmedizin haben wir für Sie Spezialsprechstunden in den Transplantationsambulanzen eingerichtet. Die Sprechstunden werden durch erfahrene Fachärzte und Oberärzte betreut und finden sowohl am Campus Virchow-Klinikum als auch am Campus Charité Mitte statt.